Gastartikel: Vom Wesen des Seins und dem Raum dazwischen

Neulich, bei einem gemeinsamen Spaziergang, haben wir über Vorbildwirkung gesprochen. Nach diesem Gespräch wurde mir klar, dass mein Fokus auf authentische Haltung in meinem Leben nicht zuletzt durch meine Mutter mitgeprägt und unterstützt wird. Daher freut es mich besonders, dass sie  –  wenn auch etwas unerwartet  –  den ersten Gastartikel für meinen Blog geschrieben hat. // Mathias


Martina Lederer vom Verein faireint mit Herz ganz authentisch über ihre Erlebnisse in ihrer Berufung und überhaupt im Leben:

Da sitze ich und schreibe die Überschrift für all das, was zum Ausdruck kommen will und bin schon mittendrin in der Energie dessen was gerade IST, werde richtig reingezogen.

Für diesen Bruchteil einer Sekunde wird es weit in mir. Dieser kleine Moment, der so leicht zu übergehen ist weil der Verstand sagt: konzentriere dich, überlege gut deine Worte die du hier niederschreibst!

Nein.

Ich lasse diesen Moment der Weite in mir zu. Gebe dem nach, was sich in mir fühlen lassen will.

Und ich fühle das junge Mädchen in mir, das so gern gelesen und geschrieben hat. In mir werden Bilder lebendig, während ich hier schreibe, ich kann es spüren, riechen….damals…wie es war. Wie ich war, wenn ich Bücher verschlungen habe und Gedichte, Kurzgeschichten in müheloser Leichtigkeit quasi aus dem Ärmel beutelte.

Eine Mischung aus süßer Wehmut, Freude, Begeisterung und Energie die gelebt werden will, steigt in mir hoch. Ich merke, dass ich schmunzle. Ich spüre mein warmes, weites Herz in mir und die Dankbarkeit mir selbst gegenüber, diesen Raum dazwischen, zwischen dem Verstand der „korrekt“ schreiben will und der kleinen Sekunde, als sich das Mädchen in mir meldete, zugelassen zu haben. Das hat was von Freiraum.

Dieser Raum dazwischen ist so unglaublich vielschichtig und in allem Leben fühlbar, wenn wir uns öffnen dafür. Es ist dieser Moment der Zehntelsekunde des Öffnens, wo sich in meinem Wirken mit Menschen das Fenster zu unseren Seelen öffnet.

Wo echte Begegnung stattfindet. Wo Selbstheilungsprozesse beginnen.

Wo sich unsere Herzen begegnen und so spürbar ist, dass wir alle eins sind.

Wo sich die Energie der gesprochenen Worte verändert, wo gesprochen wird ohne ein einziges Wort und es einfach fließt.

Wo sich Augen begegnen die sich alles und nichts sagen.

Er ist heilig für mich, dieser kleine Moment, wo spürbar wird, auf welche Weise sich die Seele, das Herz eines Menschen jetzt in diesem Sosein gerade öffnet für die gemeinsame Reise in der Einheit, die ich gebe.

Wenn ich einen Baum umarme und in diesem kurzen Moment diesen Switch der Verbindung zu Mutter Erde in mir aufkommen spüre, der so viel mehr ermöglicht. Dieser kleine Moment, wenn eine liebevoll zubereitete, nahrhafte Speise sich mit dem ersten Bissen auf meiner Zunge ausbreitet und ich den intensiven Geschmack in mir aufnehme.

Es offenbart sich in uns in allem was uns ausmacht, wenn wir es zulassen. Der Raum dazwischen, zwischen dir und mir in unserem SEIN, zwischen dem was IST und der alles möglich macht was daraus entsteht. Wo sich Masken und Schutzpanzer auflösen und wir in unserer ganzen Verletzlichkeit unser wunderbares, innewohnendes Wesen offenbaren.

Er ist es, der mich das Leben spüren lässt, in seiner wundervollsten Weise.

In jeder Zelle. Er öffnet das Tor.

Dies ist eine Kooperation mit dem Verein faireint mit Herz, ZVR-Zahl 1616366738

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